Berichte von 02/2010

new famy:

Donnerstag, 25.02.2010

endlich bin ich bei der neuen Familie... vorgestern habe ich gewechselt.

der Abschied von Bety war nicht sehr einfach, auch von Americo und Sandra nicht... aber ich bin froh habe ich endlich gewechselt... Meine Brüder blieben in ihrem Zimmer und kamen gar nicht Tschau sagen... Die sind es wirklich nicht wert.

jetzt bin ich bei der Familie Gallardo. Ich habe einen 17 jährigen Bruder und eine 21 jährige Schwester. Meine Mutter heisst Maria Jesus=))) und sie ist eine Primarlehrerin. Mein Vater Willson ist Polizist. Die Mutter von meiner Perumutter, Pepetua, wohnt auch hier... Es ist viel besser hier.

 

Heute Morgen, kam Mauricio angerannt...:"Leita una rata!!". Ich ging im Pyjama schauen... Das Grosi und Karol rannten beide, mit dem Besen in der Hand, einer Ratte hinterher. ui war das lustig... Das 84 jährige, alte Fraueli schlug voller Wucht auf die Ratte ein... bis die Ratte halb tot war... Sie zuckte aber immernoch. Ich wollte aber dem Leiden ein Ende machen und tötete sie... Das Grosi machte riesen Augen und staunte, dass ich als Gringa eine Ratte töten kann=)

Später am Tisch entschuldigte sie sich bei Gott, dass sie eine Ratte verletzt hatte=). 

peruanische unzuverlässigkeit!

Montag, 22.02.2010

am Donnerstag bekam ich einen Anruf von AFS, ich müsse am Freitag auf Ecuador gehen um mein Visa zu verlängern... och ich war sooo wütend. Die wussten es schon soo lange. aber typisch.von einem Tag auf den anderen. Ja und dann fuhr ich alleine 6h nach Chiclayo, wo ich mich dann mit anderen traf um nochmal 10 Stunden nach Tumbes zu fahren um dort über die Grenze zugehen, damit mein Visum verlängert wird. in Tumbes hatten wir etwa 5h Zeit um ein bisschen etwas kennenzulernen und dann ging es wieder zurück nach Cajamarca! Es ging zum Glück alles gut und ich habe mein Visum bis im Juli... ich regte mich aber sooo sehr auf über dies. Immer wieder gibt es solche Dinge... es ist so mühsam.

Carnaval.

Montag, 22.02.2010

9.2. Wahl Miss Carnaval 2010. 

Sie fand in einer Turnhalle statt. es sollte eigentlich um 9pm anfangen, fing jedoch dann um 10.30pm an=) die grossen, dünnen Frauen liefen etwa 5 Mal auf die Bühne, immer mit verschiedenen Kleider. Cajamarca ist in Barrios, also verschiedene Teile der Stadt aufgeteilt ( San Pedro, San Sebastián, San José, etc) jeder Barrio hatte seine Kandidatin... und natürlich hatte es auch von jedem Barrio eine Gugge welche die Señoritas anfeuerte... Die Guggen waren aber sehr sehr respektlos. Sie spielten praktisch die ganze Zeit und hörten nicht auf, wenn etwas gesagt oder informiert wurde... Es war eher mühsam... schlussendlich gewann die 16 jährige Milagros von San José. Sie ist wirklich schön. Milagros gewann ein weisser Volkswagen... es war so lustig als sie das Wort Volkswagen aussprach bei der Bedankung=)

 

am 11.2. gab es in meinem Barrio (San Pedro) ein Fest. Es wurde eine kleine Bühne aufgestellt. Schon bald, war das Pärlklein voller Leute. Zuerst spielte die Gugge " San Pedro de los amores". Danach sangen die Knaben vom Strassenbubenprojekt, in welchem ich mithelfe. Ihre Lieder sind richtig peruanisch, mit Saponia ( Panflöte), Quena, Trommel und einer peruanischen Gitarre. Mir gefällt diese Musik sehr und noch mehr weil ich diese Knaben kenne... ich war letzte Woche fast täglich im Projekt und unterhielt mich mit ihnen, wir boxten und spielten Tischfussball. Einmal waren wir auch alle zusammen " jugar Carnaval" d.h. wir füllten etwa 10 Säcke mit Wasserballone und gingen so durch die Strassen. Die Knaben bewarfen Mädchen und wir Mädchen die Knaben... Es war sehr lustig. ich kam plotschnass nach Hause.

Die Knaben von diesem Projekt sind zwischen 12 und 20 Jahren alt. Die meisten haben eigentlich ein Zuhause, verstehen sich aber mit ihren Vätern, Stiefvätern oder sonst Familienmitgliedern nicht. sie flohen wegen Gewalt oder keinem Essen auf die Strasse... Dort klauten sie ihre Malzeiten, nahmen Drogen und schliefen im Dreck. Dieses Projekt bietet diesen Jungs ein Haus. Sie können alle in einem Bett schlafen und lernten, ohne Drogen und Gewalt zu leben... Im Projekt können sie auch Instrumente gebrauchen, mit welchen sie ihr Geld verdienen. Manche arbeiten auch in einem Restaurant oder in einem Geschäft. Am Abend kochen sie selber Znacht. ich finde dies eine super Sache und halte mich sehr gerne mit ihnen auf.

 

In der Zeit des Carnavals läuft sehr viel. Praktisch jeden Abend wird im Zentrum Musik gemacht... oft sind es nur einzelne Jungs, die mit ihren Trommeln und Flöten gehen und dann schliessen sich immer mehr Leute an. es wird getanzt, gesungen und getrunken... (Der Alkoholkonsum ist hier enorm gross und meistens limitlos=(.) Die Stimmung ist vor Mitternacht super. Alle sind fröhlich und voller Energie. Es ist wirklich toll, von dieser Atmosphäre mitgezogen zu werden... Danach jedoch kann man den Alkohol im Blut wahrnehmen... es wird geschlegelt und die Männer werden obermühsam...abgesehen davon ist die Stimmung aber super.

12.2. Geburi von Mauri

 heute gingen wir an den Geburtstag von meinem zukünftigen Bruder. Dort assen wir und tanzten und gingen später nochmal ins Zentrum feiern. Als ich am 3am im Bett lag, klingelte plötzlich mein Natel und als ich abnahm, hörte ich eine Stimme:" Hallo Noemi. Wie geits nech in Brunwaud=)" hihi. Die Stimme von Grosi änderte sich bald, als sie erfuhr, dass si mir auf Peru anrief=) das war eine schöne Überraschung und wir waren beide sehr zufrieden, dass sie falschgewählt hatte=).

 

13.2. Offizieller Fasnachtsstart.

heute Morgen fing es richtig an. Alle Jugendliche, die sich nicht zu schad waren gingen auf die Strasse mit Wasser und Kübel voller Farbe. Und es hiess ANMALEN. von jeder Seite kamen Hände voller Farbe, die in deinem Gesicht, Haaren oder wenn man Glück hatte in den Kleidern landeten. So liefen wir mit den Guggen etwa 5 Stunden durch ganz Cajamarca... Mit der Zeit trocknete die Farbe ein... aber immer wieder wurde man nass, da von jedem Haus mehrere Kessel voller Wasser auf die Strasse geschüttet wurden. Es war sehr sehr toll.

14.2. Fasnachtsumzug.

heute war Umzug angesagt... wir kannten Belgier die in einem Hotelzimmer mit Sicht auf die "plaza de armas" hatten. es war super... wir konnten der ganze Umzug won einem Balkon aus mitverfolgen. Er war sehr farbenfroh.. Figuren mit 2 Meter hohen Hüten tanzten durch die Strassen, die Campesinas mit ihren schönen Kleidern pfiffen ihre Lieder und die verkleideten Guggen legten fröhliche Melodien in die Luft... Immer wieder wurden wir von einem Wasserballon aus unserem Staunen geweckt. Vis-a-vis war eine Gruppe voller Knaben, welche es auf Gringos abgesehen haben...=)

ja und dann war der Carnaval auch schon wieder vorbei... wenn man durch die Strasse läuft wird man aber praktisch in jeder Ecke daran erinnert, da man an den Wänden farbige Händeabdrücke oder Spritzer von dem "Anmalumzug" entdecken kann=)  

 

15 Tage Trujillo.

Dienstag, 02.02.2010

am 15. fuhren wir ab, nach Trujillo. Die 7 stuendige Fahrt ist eigentlich gar nicht so schlimm. Die Natur ist wunderschoen und man kann immer wieder spannende Sachen entdecken. manchmal sieht man aber auch ueberhaupt nichts, da die Bauern ihre doerren Pflanzen, wie Mais, verbrennen. die ganze Landschaft verschwindet dann voellig im Rauch. super fuers Klima...! momentan ist in ganz Cajamarca die Zeit des Carnavales. In dieser Zeit muss man immer Ersatzkleider mitnehmen, denn ueberall in der Stadt stehen Gruppen mit Wasserballone oder Kuebel voller Wasser. Das heisst man wird nass. Als ich im Bus schlafend am offenen Fenster lehnte, kam mit voller Wucht ein gruender Wasserballon geflogen. och hatte ich einen Schock!

als wir dann in Trujillo ankamen, warteten schon unsere Familien auf uns. ich kam zu einer superkuhlen Familie. ich hatte eine 17 jaehrige Schwester und eine 11 jaehrige. Mein Vater hat ein Geschaeft, in welchem ich ab und zu ein bisschen helfen konnte.  Trujillo liegt am Meer und es war sehr warm. Richtig schoen. Trujillo und Cajamarca sind zwei soooo andere Staedte. In Trujillo sind die Menschen (nicht alle) recht europaeisch und liberal, wohingegen in Cajamarca die traditionellen Gedanken dominieren... Fuer mich war es viel einfacher in Trujillo. Dafuer hatte es die wunderschoenen Campesinos nicht, was mir auch sehr fehlte.

Meine Mutter war soo lustig. Sie machte immer Witze und wir unterhielten uns ueber interessante Themen. Ich wurde auch endlich wiedereinmal ueber die Welt informiert, da wir taeglich die Nachrichten schauten... schrecklich das Erdbeben... und Peru steht auf der Risikoliste weit oben (sagen die Peruaner), um von einem Erdbeben getroffen zu werden... und dann begann noch alles mit Cuzco und dem Hochwasser. Es ist ja schon gut, dass man alle Touris rettet und nach Hause bringt, aber den Einheimischen wird ueberhaupt nicht geholfen. so schlimm. Man sah die Leute ohne Haus und Essen, sie weinten und flehten die Regierung an, um zu helfen. Aber die Regierung hat soo viele schlechte Seiten. es ist zum "Grennen"!

Julie von der Schweiz, die in Tumbes wohnt, war auch in Trujillo fuer die 15 Tage. Endlich konnte ich wiedermal Schweizerdeutsch sprechen. es tat so gut. Wir gingen oft zusammen ein bisschen bummeln. Auch mit den anderen Afsern machten wir viel. wir gingen zusammen aus. einmal gingen wir auf eine Tour, um die wichtigen Sachen aus Trujillo zu sehen. Eigentlich ist es immer ziemlich aehnlich... mit Figuren, welche die Inkas machten, grossen Mauern aus ueberdimensional grossen Steinen und aus Lehm getoepferte Sachen... Es ist immer wieder schoen, aber halt mit der Zeit auch ein bisschen langweilig.

wir waren auch mal Wellensurfen. hui das war toll. zuerst bekamen wir Unterricht im Trockenen, also der Surflehrer zeigte uns was wichtig ist. Dann ging es ab aufs Meer. Wir alle so in sexy Gummianzuegen, welche soo haesslich riechten. Am Strand befestigten wir das Brett am Fuss und dann hiess es rein ins Wasser. Da wir noch nicht wussten wann aufstehen, war immer ein Sufrlehrer hinter uns und sagte eins, dass hies aufstuetzen und Fuesse richten und dann zwei, aufstehen und losfresen. Es war sehr anstrengend aber lustig.

diese Woche war auch noch Weltmeisterschaft im Wellensurf. Es kamen Leute von der ganzen Welt nach Huanchaco, um dort um die Wette zu surfen. Am Ende dieser Weltmeisterschaft gab es so ne richtige Beachparty. Julie und ich konnten hin und durften dann bei einem AFSer schlafen. Ja schlafen kann man nicht sagen,... wir blieben naemlich bis um 7 Uhr an der Party und um 8.30 mussten wir schon wieder zu Hause sein=). Danach war ich nicht mehr zu gebrauchen... ich schlief etwa bis um 14.00 und backte dann einen Zopf im Gasbackofen. Wie immer war sie unten schwarz und oben teigig, da die Hitze nur von unten kam... Aber man konnte sie essen. Am Abend gingen wir dann Avatar in 3D schauen. Wir konnten es aber nicht sehr geniessen, da die Klimaanlage soo kalt eingestellt war.

am Sonntag gingen wir so in einen Garten. Es hatte ein Schwimmbecken, Haengematten, Volleyfelder und einfach sehr schoene Natur. Als wir das Zmittag fertig gegessen haben, kamen zwei blaue Riesenpapageie angeflogen, um unsere Essreste zu fressen. Dummerweise war alles voller Muecken und ich sah aus als haette ich kuerzlich Spitzenblattern gehabt.

 In Trujillo ist alles ein bisschen gefaehrlicher, als in Cajamarca. Man wird viel mehr ausgeraubt hier. Ich hatte auch einige doofe Momente... Einmal sass ich zum Beispiel am Abend, als es schon dunkel war, in einem Bus ( Bus ist eigentlich das falsche Wort, besser ein Wrack... ohne Fenster und mit Loecher im Dach). Zuerst war der Bus fast voll, mit der Zeit leerte er sich jedoch, bis ich schlussendlich alleine war. Nur noch der Fahrer und der Mann der immer schreit: "einsteigen, austeigen etc.". Doch der rief nicht mehr, was sehr komisch war. Ich bekam immer wie mehr Angst, dass sie mich irgendwo hinfuehren... Gott sei dank stoppten sie aber, als ich sagte ich muss hier raus. Solche Situationen mag ich nicht. Auch die Maenner die dir hinterherrufen und pfeiffen sind hier noch viel unverschaemter als in Cajamarca. Pro Tag musste ich mir das (so wie alle anderen Gringas) hundert Mal anhoeren. Nervend!

Und dann kam schon bald wieder der Abschied. Wir mussten alle weinen... obwohl es nur 15 Tage waren... aber in diesen 15 Tagen fuehlte ich mich tausend Mal wohler als in meiner Cajamarcafamilie. schon bald kann ich jedoch wechseln... ich freue mich!